Am 1. September 2019 startet die Pilotphase des Projekts „Ortungssysteme für Menschen mit Demenz und Hinlauftendenz“. Ziel dieses Projekts ist es, durch angepasste Ortungssysteme die Bewegungsfreiheit von Menschen mit Demenz zu unterstützen und somit mögliche Gefahren vorzubeugen.
Mehrere Anfragen sind bereits eingegangen und die ersten Ortungssysteme werden bald zum Einsatz kommen. Diese Ortungssysteme sind „GPS-Uhren“, die es ermöglichen, vermisste Personen mit Demenz im Ernstfall schneller zu finden. Das Gerät, das wie eine Armbanduhr aussieht, wird kostenlos von der Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben zur Verfügung gestellt und ist im häuslichen wie auch im stationären Rahmen einsetzbar.
Das Ortungssystem ermöglicht es, einen passiven und einen aktiven Alarm auszulösen. Ein passiver Alarm wird an die Notrufzentrale gesendet, wenn die Person einen vordefinierten Raum verlässt (wie zum Beispiel den eigenen Garten oder das Haus). Der aktive Alarm kann von der Person selbst ausgelöst werden, wenn sie sich in einer Notsituation befindet. Wenn der Alarm ausgelöst wird, werden drei Personen nacheinander kontaktiert, die im Vorfeld bei einem Beratungsgespräch festgelegt wurden – zum Beispiel Angehörige, Nachbarn, Freunde. Wenn diese Personen nicht erreicht werden können, wird die Polizei kontaktiert.
Der konkrete Notrufdienst wird durch den Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Köln gewährleistet. Dieser Dienst mag einigen bekannt vorkommen: die ASB ist auch zuständig für die herkömmlichen Notrufgeräte, die sich im Einsatz schon bewährt haben. Die Ortungsdaten können auch nur von diesem Dienst eingesehen werden. Somit ist sichergestellt, dass weder ein Wohn- und Pflegezentrum noch ein Angehöriger oder die Dienststelle Zugriff auf diese Daten haben.
Dieses Projekt ist durch die Zusammenarbeit vieler Partner zustande gekommen: die Wohn- und Pflegezentren für Senioren, Angehörige, die KPVDB, die Krankenkassen, die häusliche Hilfe, Info Demenz, die Memo Klinik St. Vith, die Vereinigung der Allgemeinmediziner der Deutschsprachigen Gemeinschaft, das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft und die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben arbeiten seit 2016 an der Umsetzung dieser Idee.
Die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben ist der erste Ansprechpartner, den Personen mit einer Demenz oder ihre Angehörigen bei Interesse kontaktieren können.

